Am Freitag, 13.03.2026, fand eine überaus interessante Stadtführung durch Palma statt, geleitet vom Stadtführer Peter Hirsch. Insgesamt nahmen zehn Mitglieder des Club Suizo Balear teil.
Während rund drei Stunden führte uns die Tour durch die Altstadt von Palma – jedoch fernab der bekannten Wege. Statt der grossen Plätze und touristischen Hotspots entdeckten wir versteckte Gassen, ruhige Innenhöfe und architektonische Details, die man im Alltag leicht übersieht.
Auch die verschiedenen Erinnerungszeichen im Stadtbild waren Teil der Führung und machten Geschichte auf eindrückliche Weise sichtbar.
Die messingfarbenen Stolpersteine erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und sind jeweils vor deren letzten frei gewählten Wohnorten verlegt. Daneben finden sich in Palma auch silberfarbene Erinnerungssteine, die an Opfer der Franco-Diktatur erinnern.
Eine weitere, weniger bekannte Form des Gedenkens sind die goldenen Platten mit hebräischer Schrift, die in einigen Gassen der Altstadt zu finden sind. Sie markieren die historischen Viertel der sephardischen Jüdinnen und Juden, die über Jahrhunderte hinweg ein bedeutender Teil der Stadt waren. Die Inschriften erinnern daran, wo sie lebten und wirkten, bevor sie im Zuge der Verfolgungen im späten 15. Jahrhundert vertrieben wurden.
Ein besonderer Fokus lag auf den versteckten Zeichen und Symbolen an den Fassaden. Viele Architekt*innen haben sich im Laufe der Zeit mit kleinen Elementen verewigt – fast wie eine geheime Signatur. So lassen sich beispielsweise am Rathaus von Palma eine Schnecke und eine Eidechse entdecken, die als Hinweise auf die beteiligten Baumeister gelten und zeigen, wie viel Geschichte in scheinbar unscheinbaren Details steckt.
Ein besonders eindrücklicher Halt war zudem das Monastir de Santa Clara, wo bis heute eine aussergewöhnliche Tradition gepflegt wird: Vor Hochzeiten werden zwölf Eier gespendet, damit das Wetter am grossen Tag schön wird. Die Nonnen verwenden diese Eier, um Gebäck herzustellen, das sie verkaufen – eine schöne Verbindung von Brauchtum und gelebtem Alltag.
Den Abschluss der Führung bildete ein echtes Highlight: der Zugang zur Aljub des Pati de ses Dones, einer mittelalterlichen Zisterne. In diesem eindrucksvollen Raum lässt sich noch heute gut erkennen, wie hoch der Wasserstand früher war – ein stiller, aber sehr anschaulicher Einblick in die grosse Bedeutung von Wasser auf Mallorca.
Im Anschluss liessen wir den Vormittag gemeinsam im Celler Sa Premsa ausklingen. In typisch mallorquinischer Atmosphäre genossen wir ein leckeres Mittagessen und tauschten die vielen Eindrücke der Führung aus.
Ein rundum gelungener Anlass, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel es selbst an bekannten Orten noch zu entdecken gibt – wenn man genauer hinschaut.
Hinweis zur Führung
Die Führung wurde von Peter Hirsch durchgeführt, einem erfahrenen Stadtführer für Mallorca.
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